Hallo Koder,
Antwort auf: Allerdings - und da muß ich rohrfrei beipflichten - sind bei uns z.B mit einer Neuberechnung auf 300dpi ab 356ppi noch nie ernsthaft "kaputtgerechnete" Bilder aufgetreten
Ich habe sowas letzte Woche
massenhaft zu Gesicht bekommen. Bei wirklich völlig normalen Produktabbildungen, die perspektivisch aufgenommen wurden (daher schräge Linien bei denen das visuell besonders auffällig ist) und markante Konturen aufwiesen (Schubladen, Dunstabzughauben, Werkzeug, einfach alles, das Konturen hat).
Der Witz ist meines Erachtens nach wie vor, daß man die Problematik nur nachvollziehen kann, wenn man den Distiller zwingt, im kritischen Bereich einer Auflösungsreduzierung von 50,x%-99,99% zu agieren, da ansonsten (also Auflösungsreduzierung auf mindestens 50% oder noch weniger) die bikubische Interpolation des Distillers erstmal keine visuell beansstandbaren Ergebnisse zeigt.
Also, wer's testen will: Jaeggi- oder pdfxready.ch-Joboptions laden, Bild mit 300 dpi auf 74% skalieren und ab damit in den Distiller. Oder gleich das Testobjekt benutzen (hat 405 dpi Auflösung -- muß also auch einfach so per Drag&Drop Richtung Distiller bei der gängigen Kombination von 300 dpi Downsampling-Auflösung und Schwellwert 1,33 heruntergerechnet werden):
http://kaiser-edv.de/tmp/Downsampling-Verdeutlichung/Downsample-Testbild.eps
Bewegt man sich aber in eben jenem Grenzbereich, dann schlägt meines Erachtens ein Bug im Distiller zu. Denn wie sonst sollte man erklären, daß trotz eingestellter bikubischer Interpolation nur eine qualitativ fatal agierende Kurzberechnung seitens des Distillers genommen wird? Ich hätte ja gehofft, daß Herr Zacherl da ggf. noch bisserl Insiderwissen zu der Frage beigesteuert hätte... Aus meiner in der Frage laienhaften Perspektive bleibt mir nur die Einstufung des Verhaltens als Bug.
Antwort auf: die Bitmaps, mit denen wir zu tun haben sind meist Fotos, scharfe Linien und Flächen liegen hier fast ausschließlich als 1-Bit (wird nicht angefasst) oder Vektorgrafik vor, so daß das qualitativ schlechtere Downsampling des Distillers noch nie deutlich zu Tage getreten ist.
Wie schon geschrieben. Ich hab das in 'zig Katalogen, Anzeigen, etc. gesehen -- alles, was klare Konturen/Kanten hat und schräg durch's Bild läuft, wird vom Distiller gehäckselt, sobald das Downsampling des spezifischen Bildobjekts im kritischen Bereich von 50,x%-99,99% der Originalauflösung stattfindet.
Antwort auf: Wir verfahren ab jetzt mit einer Neuberechnung auf 300 ab 600ppi, das sollte dann so "richtig" sein, denke ich.
Klar. Und ehrlich gesagt habe ich mir das "Bilder werden nur dann herunterinterpoliert, wenn sie auf
mindestens die Hälfte der ursprünglichen Ausmaße heruntergerechnet werden" gleich zu Beginn meines Eintritts ins graphische Gewerbe vor knapp 15 Jahren hinter die Ohren geschrieben (nach Tests mit Photoshop und Skalierungsmaßstäben auf 75% bspw. -- wurde einfach nur unscharf gerechnet und konnte unter qualitativen Gesichtspunkten nicht überzeugen, was auch nicht verwundert, angesichts der Beschränkungen von Bildinterpolationsalgorithmen, die nur die direkten Nachbarpixel berücksichtigen)
D.h. ich wäre sowieso schon niemals auf die Idee gekommen, so etwas wie ein Downsampling auf 75% der Originalauflösung zuzulassen. Daß sich der Distiller dabei aber so katastrophal vertut wegen dem heimlichen Fallback auf eine völlig ungeeignete Interpolationsmethode, weiß ich auch erst seit gestern als ich mir das alles en detail angesehen habe. Und dieser extreme Qualitätsverlust beim Downsampling ist meines Erachtens einfach nur indiskutabel...
Insgesamt haben wir aber alle nicht viel gewonnen, wenn wir hier in diesem "erlauchten Kreis" jetzt zur Überzeugung gekommen sind, daß ein DownsampleTreshold von mindestens 2 das Richtige ist. Denn die ganzen PDF-Lieferanten da draußen, die nicht so tief in die Materie eingestiegen sind, nehmen weiterhin brav ihre unmodifizierten, von Gremien/Experten empfohlenen Joboptions und lassen damit -- ohne den Hauch einer Ahnung davon zu haben -- ggf. einen Teil ihrer Abbildungen kaputtrechnen.
Meines Erachtens gehören in Joboptions für die Druckproduktion ein DownsampleTreshold von 2.00, und Downsampling an sich erstmal deaktiviert. Das sind die einzigen sicheren Grundeinstellungen, mit denen unbedarftere Anwender erstmal nicht groß was falsch machen können...
Und noch eine Anmerkung: In einigen privaten Diskussionen gestern wurde mir erst bewußt, wie schrill der Irrglaube bzgl. einer Wirksamkeit des DownsampleTreshold in Bezug auf die Dateigröße ist. Da wird ein 1:1-Bezug angenommen, wo weit und breit nichts ist.
Zur Verdeutlichung:
Wenn ein DownsampleTreshold von 1,5 bei 300 dpi Downsample-Zielauflösung verwendet wird, so werden alle Bilder mit einer effektiven Auflösung ab 450 dpi heruntergerechnet. Bilder mit weniger als 450 dpi bleiben unangetastet.
Wird ein Schwellwert von 2 bei 300 dpi Zielauflösung verwendet, dann betrifft das alle Bilder ab 600 dpi effektiver Auflösung. Bilder mit weniger als 600 dpi bleiben unangetastet.
D.h. wenn beide Settings verglichen werden, geht es nur um Abbildungen mit einer effektiven Auflösung zwischen 450 und 600 dpi, die im einen Fall ggf. speicherplatzsparend kaputtgerechnet werden und im anderen Fall unangetastet gelassen werden und dafür auch ggf. ein paar Byte mehr auf die Waage bringen.
In beiden Fälle bleiben alle Bildobjekte mit weniger als 450 dpi unangetastet, dito werden die "großen Brocken" ab 600 dpi in beiden Fällen selbstverständlich eh gleich stark heruntergerechnet. Es geht also im Normalfall um einen aberwitzig kleinen Prozentsatz an Bildern, bei denen sich der Speicherplatzgewinn durch Downsampling zudem auch noch am geringsten auswirkt!
Und wie stark sich eine Änderung des Schwellwerts in Bezug auf die zu erwartende Dateigröße auswirkt, kann man ohne exakte Analyse der im Druckjob platzierten Bilder (bzw. deren effektiver Auflösung) sowieso nicht sagen. Bei den meisten Abbildungen ändert sich nämlich schlichtweg gar nichts (hab mir gestern abend noch den Spaß gemacht, eine schnelle Analyse über 7000 PDF-Dateien laufen zu lassen. Anteil Bilder mit effektiver Auflösung zwischen 450 und 600 dpi -->0,2% -- nur bei diesem lächerlichen Prozentsatz hätte sich eine Änderung des Schwellwerts von 1,5 auf 2 bzw. umgekehrt überhaupt ausgewirkt)
Ganz im Gegensatz dazu die Meinung (fast) all meiner Gesprächspartner gestern: Die vermuteten (aus dem Bauch heraus) einen direkten Zusammenhang zwischen Schwellwert und Dateigröße, sprich: geringererer Schwellwert --> automatisch geringere Dateigröße.
Meines Erachtens müssen sich die Erkenntnisse hinsichtlich Distiller-Downsampling branchenweit durchsetzen, und zwar daß
a) der Distiller in einem gewissen Skalierungsbereich einen Bug hat, weil er trotz anderer Settings ein ungeeignetes Interpolationsverfahren mit fatalen Folgen für die Bildqualität verwendet
b) genau dieser Skalierungsbereich effektiv umgangen werden kann durch Wahl eines DownsampleTreshold von 2.00
c) Eine Anhebung des DownsampleTresholf von bspw. 1.33 auf 2.00
nicht per se zu deutlich dickeren PDF-Dateien führt sondern im Normallfall nur zu ein paar läppischen Prozentchen mehr, die im Rahmen der Qualitätsprämisse nicht mal eine Erwähnung wert wären
Und wenn diese Erkenntnisse dann noch in die Distiller-Settings "mit eingebauter Vorbildfunktion" einfließen würden, wäre das erst recht traumhaft...
Gruss,
Thomas