Hallo Norbert,
das Verhalten ist leider bekannt und hängt weniger mit Affinity Publisher selbst zusammen, sondern mit der Art, wie MathType unter Windows EPS-Dateien erzeugt. Affinity kann EPS nur sehr eingeschränkt interpretieren, insbesondere wenn Text und Sonderzeichen über ältere Font-Encodings eingebettet sind. Umlaute gehen dabei häufig verloren oder werden gar nicht dargestellt.
Unter macOS und in InDesign funktioniert das besser, da InDesign EPS nativ verarbeitet und die Mac-Version von MathType andere, kompatiblere Zeichencodierungen nutzt. Der Wechsel des Betriebssystems und der Layoutsoftware macht sich hier also deutlich bemerkbar.
Eine zuverlässige Lösung ist, in MathType statt EPS ein PDF zu exportieren und dieses in Affinity Publisher zu platzieren. PDF-Dateien werden korrekt interpretiert, die Schriften bleiben erhalten und Umlaute werden sauber dargestellt. In der Praxis ist das der stabilste und zukunftssicherste Weg.
Alternativ kann – falls verfügbar – auch der Export als SVG funktionieren, insbesondere wenn die Formeln nicht extrem komplex sind. Der direkte Einsatz von EPS in Affinity ist hingegen nicht zu empfehlen, da es immer wieder zu Font- und Encoding-Problemen kommt.
Falls zwingend mit EPS gearbeitet werden muss, kann man in MathType prüfen, ob Unicode-fähige TrueType-Schriften verwendet werden und spezielle MathType-Fonts wie „MT Extra“ vermieden werden. Erfahrungsgemäß löst das das Problem in Affinity jedoch nicht zuverlässig.