Hallo Dirk,
kannst du mal konkreter werden? Welche Individualisierung fehlt dir bei iOS? Bald (iOS 26) kann man sogar die Icon-Farben frei wählen. Dank EU ist man auch nicht mehr an viele Apps von Apple gebunden und darf auch System-Apps wie die Kamera löschen. Mir ist das mittlerweile fast zu viel Individualisierung, das frisst mir zu viel Zeit, denn ich kann es auch nicht lassen. 😉
Was sollen "keine echten Dateizugriffe" sein? Du kannst mit der Dateien-App und auch mit anderen Apps im Rahmen der Möglichkeiten beliebig auf Dateien zugreifen. Du kommst halt nicht an Ordner wie /System oder /Library. Für 99% der iPhone-User dürfte das null relevant sein.
Wer möchte, kann auch unter iOS Apps beliebiger Herkunft installieren. Das ist nur etwas aufwendiger und man muss es regelmäßig wiederholen, weil die Zertifikate nicht lange halten. Letztlich ist das mit den zertifizierten Apps für viele sicherlich eher ein guter Grund für das iPhone, statt dagegen. Dadurch erschwert Apple es bislang effektiv, dass sich Malware im System dauerhaft festsetzen kann. Die Nachteile des Systems sind mir durchaus bewusst (schlecht begründete Ablehnungen von Apps, aus irrwitzigen Gründen abgelehnte Sicherheitsupdates …). Mir ist auch klar, dass alternative App Stores in der EU nicht ohne Apples Kontrolle frei agieren können.
Ich kenne zwar nicht viele Android-Geräte, aber das, was ich in den Fingern hatte, war entweder gut und ähnlich teuer wie Apple oder eher im Vergleich minderwertig, wenn's wirklich günstiger war. Einzig beim Speicher wird man Apple pauschal vorwerfen können, deutlich teurer als die Konkurrenz zu sein.
Für mich ist das iPhone die bessere Wahl, weil es gut mit Macs zusammenspielt und ich eben auch viele Apps nutze, die es unter Android (und Windows) gar nicht gibt. Sicher dürften sich teilweise Alternativen finden lassen, aber die müsste ich dann neu kaufen und es gäbe vermutlich eher selten ein natives Äquivalent für den Mac. Da ich meine iPhones lange nutze, relativiert sich für mich der Kaufpreis. Ich kaufe auch nicht das billigste Werkzeug von Parkside, nur um scheinbar Geld gespart zu haben.
Die schiere Zahl der Features interessiert mich nicht, wichtig ist, dass das Gerät samt App-Ökosystem all meine Bedürfnisse abdeckt. Für mich tun es das iPhone und der Mac. Die Performance spielte bei mir schon seit Jahren keine Rolle mehr. Die Geräte sind verdammt schnell und die Software scheint gut optimiert zu sein, sodass auch Altgeräte noch gut funktionieren. Einzig bei lokaler KI wird die Chip-performance gerade wieder relevanter. Bislang benötige ich das aber nicht wirklich. Wichtig ist mir auch, dass Apps möglichst aus einem Guss erscheinen und sich ähnlich (einfach) bedienen lassen. Das ist mittlerweile zwar schlechter geworden, mit den vielen Crossplattform-Apps, aber gottseidank gibt es noch ausreichend Entwickler, die weiterhin nativ entwickeln und keine Webapps oder Electron-Apps in die Welt schmeißen. Dass das nicht jedem so wichtig ist, dürfte klar sein.
Das Apple-Logo ist mir egal, sieht eh keiner, weil ich Hüllen benutze. Es gibt sicher eine große Zahl Menschen, die Apple-Geräte nur wegen des Logos kaufen, so wie eben auch viele Leute Kleidung wegen Logos kaufen. Das iPhone war immer schon recht teuer, deshalb verstehe ich das "immer noch" in der Fragestellung nicht.