Hallo Rainer,
herzlichen Dank für Deine Antwort.
Vielleicht hatte ich mich tatsächlich etwas vergaloppiert.
Antwort auf: wenn ich Dich richtig verstehe, willst Du im Layout für Sehende Fußnoten haben, aber für die Screenreader sollen es keine Fußnoten, sondern quasi Endnoten sein?
Das ist nicht der richtige Ansatz. Die Informationen sollten für alle gleich sein, niemand sollte irgendwie bevorteilt oder benachteiligt werden.
Du hast mich richtig verstanden.
Meine Annahme beruht auf der Kritik an Fußnoten, die per se nicht barrierefrei sind – z.B. in
Barrierefreie Fuß- und Endnoten in PDF-Dokumenten:
Antwort auf: Warum gehst Du den "Umweg" über Hyperlinks, die hin und her referenzieren?
Das wird zum einen in o.g. Quelle empfohlen.
Außerdem wird dies auch in MadeToTag aufgegriffen als ein Beitrag zur Herstellung der Barrierefreiheit (bzw. Barrierenverringerung) von Fußnoten:
Aufgabe 7: PDF-Datei mit Tags erzeugen – Bereich erweitert
3. Fußnoten verknüpfen erstellt einen Link auf der Fußnotenreferenz mit Ziel der eigentlichen Fußnote. Dies kann bei der „Navigation“ im Dokument helfen.
Irgendwo habe ich gelesen (Quelle im Moment nicht ermittelbar), dass MadeToTag zudem spezielle Tags für Fußnoten zuweist, damit diese nicht in den primären Textfluss reingrätschen.
Antwort auf: Und kostet auch nicht so viel wie von Dir beschrieben, wenn Du wie bei der CC auch das Abo nimmst. Das kostet mich dann zehn Euro pro Monat.
Nach meinen Quellen liegt der Preis bei 600 € (netto). (MadeToTag InDesign). Und dazu weitere 120.– € pro Jahr für einen Wartungsvertrag
(Letzteres hatte ich tatsächlich beim ersten Mal nicht genauer gelesen, sondern war fälschlicherweise von Abokosten in Höhe von 600.– / Jahr ausgegangen).
Wahrscheinlich macht es tatsächlich Sinn, sich einmal mit einer Demo zu beschäftigen. Man kommt vermutlich doch nicht drum herum.
Es herrscht eine etwas aufgewühlte Gemengelage: Seitens der Konsumenten der von meinem Kunden (Wissenschaftsverlag) hergestellten und publizierten Bücher wird kein entsprechender technischer Bedarf zur Erschließung der Inhalte signalisiert. Aber aufgrund der Gesetzeslage ist ab Mitte des Jahres mit findigen Abmahnverfahren zu rechnen, wenn die Anforderungen mit teils beträchtlichem Zusatzaufwand in abstrakter Weise nicht erfüllt werden.
Und durch die mit der Barrierefreiheit verbundenen Anforderungen fand ich jahrhundertealte bewährte Konventionen (Quellenangaben, Hinweise und Erläuterungen in reichen Fußnoten) aufgrund der erschwerten technischen Umsetzung zur Disposition gestellt.
Es interessierte mich eben, wie Kolleg:innen mit diesen Widersprüchen (Unterbrechung des primären Leseflusses durch viele Fußnoten) umgehen und welche Lösungswege beschritten werden.
Und wie die konkreten Anforderungen hinsichtlich der Barrierefreiheit von Fußnoten definiert sind und wie man diese mit vertretbarem Aufwand erfüllen kann.