Servus,
lol, deinen Nickname könnte ich glatt übernehmen. Ich heiße Thomas Wildgruber und habe hier und da den gleichen Nickname wie du... ;-)
Antwort auf:
Ich finde es mehr als okay, dass Software-Firmen ihr geistiges Eigentum schützen und schätze Urheber-Recht sehr, sehr hoch ein. Alles gut! Aber wenn ich eine Software nutze und damit Arbeiten erstelle, dann sind diese Arbeiten wiederum MEIN geistiges, kreatives oder wie auch immer Eigentum. Und wenn ich aus Gründen von eventueller Zahlungsunfähigkeit irgendwann nicht mehr in der Lage bin, meine EIGENE Arbeit an meinem verdammten Computer zu öffnen, dann läuft das meinem Verständnis von einem fairen "Deal" zwischen Software-Erzeuger und Werk-Urheber ganz gehörig zuwider.
Mir ist klar, dass das erst der Anfang ist. Evtl. werden wir künftig sogar das Betriebssystem unserer Computer nur noch mieten. Aber dann habe ich ja nicht mal mehr die Chance, einen alten Computer zu "archivieren" (was ich durchaus tue, um an bestimmte heute nicht mehr unterstützte Sachen ranzukommen). Schlussendlich kann ich also meine eigene Arbeit nur dann dauerhaft (= langfristig) nutzen (sprich: die Daten öffnen), wenn ich fortlaufend weiter bezahle... ohne aber dabei jemals das Gekaufte (falsch... nicht das "Gekaufte", sondern das "Bezahlte") auch nur ansatzweise zu "besitzen".
Ich weiß nicht ob es dir entgangen ist, dass du auch nur einzelne Programme mieten kannst. Wenn du nur Photoshop brauchst, dann wären afaik ca. 25.-/Monat fällig[1], was aber in der Tat auf lange Sicht immer noch teurer ist als eine Vollversion (870.-) und danach nur noch Updates (250.-). Da kommen bei einer Nutzung von 10 Jahren und einem mittleren Updatezyklus von 2 Jahren bei der herkömmlichen Kaufvariante ca. 1.870.- zusammen und beim Mietmodell werden in 10 Jahren 3.000.- fällig. Wenn man jetzt, so wie du und vermutlich viele andere auch, nicht jedes Update sofort mitmachst, ist das in der Tat deutlich mehr als doppelt so viel. (Alle Preise sind Bruttopreise)
Adobe rechtfertigt das mit mehr Leistung, wie zB den Cloudstorage etc., was aber vermutlich nur die wenigsten brauchen; die wissen das auch. Hier wird ganz klar eine Monopolstellung ausgenutzt und mich wundert, dass hier keine Verbraucherschützer aus dem Busch springen und die EU kümmert es auch nicht. Ich sehe hier zwei Probleme für die Zukunft.
a) Durch die monatliche bzw. jährliche Zahlungsweise werden Verbindlichkeiten aufgebaut, die man auch in schlechten Zeiten bedienen muss. Heute kauft man sich halt etwas, wenn man es sich gerade leisten kann.
b) Diese Verbindlichkeiten quasi schon lebenslang bestehen bleiben, wenn man später (zB im Ruhestand) seine Arbeit weiter betreibt, zB als Hobby (Fotograf etc). Andernfalls seine Arbeiten dramatisch entwertet werden.
An dieser Stelle ist eigentlich der Verbraucher gefragt, denn Adobe hat diese quasi Monopolstellung nur durch Millionen von Verbrauchern erhalten aber ich denke die Bequemlichkeit wird siegen und somit auch Adobe und diese werden die Vorreiter für viele andere werden.
Ich für meinen Teil werde hier in der Arbeit mal einen von Adobe antanzen lassen (dafür sind wir groß genug, die waren auch schon öfter hier), nur um ihm zu sagen, dass wir ihnen erst mal nur eine Lizenz abnehmen werden und ihm die Gründe dafür darlegen. Wenn das ein paar 10-Tausend machen würden, würde man vielleicht ins Grübeln kommen. Immerhin ist der vergünstigte Preis für die ersten 12 Monate wegen schlechter Absatzzahlen auch schon gesunken.
Bye Tom
[1]
http://www.adobe.com/de/products/photoshop/buying-guide.html