hallo
Antwort auf: Wenn das ganze jetzt auf Zeitungspapier gedruckt wird, wo muss ich das ändern? Reicht es, das beim PDF-Export anzugeben?
Rein theoretisch reicht dann für quellproflierte RGB-Daten der entsprechende (Zeitungsdruck-) OutputIntent in einem PDF/x-3 oder in einem PDF/x-4, bei vom OI abweichenden CMYK-Quellprofilen aber wird´s genauso heikel wie bei ungetaggten CMYK-Objekten:
Antwort auf: Gibt wohl auch einen Unterschied zwischen Pixel- und Vektor-Farben.
Ja, denn um Text-Schwarz rein zu erhalten, kannst Du bei Export ausgehend von Indesign-CMYK-Arbeitsfarbraum ISOCoatedv2 eigentlich nur "in Zielprofil (Werte beibehalten)" wählen, womit aber für Vektoren dann gilt, dass deren Farbzusammensetzungen die höhere Tonwertzunahme beim Zeitungsdruck verglichen mit Bogen-Offset nicht berücksichtigt.
Ob eine endgültige, eindeutigere PDF/x-1-Konvertierung sinniger, gleichsinnig oder unsinniger wäre, dass solltest Du dann selbst entscheiden können.
(Nicht, dass mann sich der Illusion hingeben sollte, durch "simple" Konvertierung von Daten sowohl im BogenOffset als auch im Zeitungsdruck dieselben Farben erzielen zu können, aber "wahrnehmungsorientiert" sollen sich diese zueinander dann schon schon entsprechen.
Zufriedenstellend liesse sich - abgesehen von "übersichtlichen" einzelseitigen Anzeigen z.B., bei denen dann im Nachhinein im PDF 4c-Schwarz wieder global auf 100K getrimmt werden kann - diese Problematik dann eigentlich nur mittels DeviceLink-Technologie lösen, bei der dann beeinflusst werden kann ob Primär-, Sekundär- oder sogar Tertiärtöne vor einer ungewollten 4c-Neuseparation geschützt werden.)
Das manchmal sRGB als Arbeitfarbraum in Indesign sinniger sein kann als eciRGB v2 hast Du bei cleverprinting auch gelesen?
Vielleicht erfährst Du hier ja noch zusätzliche Antworten darüber, wie Du mit angelegten Coated-Daten verfahren musst, wenn Du diese via Farbmanagement in Indesign entsprechend behandeln kannst, um sie für Zeitung zu konvertieren, ich bin gespannt...
Antwort auf: Was muss man für den Anfang wissen, um professionell Reinzeichnungen zu erstellen?
Da solltest Du auch lieber darauf hoffen, daß sich dazu echte Reinzeichner äussern, sofern es die überhaupt noch gibt ;-)
Unterschiedliche Druckverfahren solltest Du jedenfalls verstehen:
Text in Pfade bei Offset und Digitaldruck.
Überdrucken bei Sieb- und Offsetdruck
usw...
Empfehlen würde ich Dir aus der Sicht eines Druckvorstuflers ein Praktikum, um genau die Fallstricke live zu erleben, von denen Du als Grafiker vielleicht noch niemals etwas gehört hast. Als klassischer Reinzeichner sitzt Du ja genau dazwischen.
Was mir spontan dazu einfällt:
Was ist Transparenzreduzierung? (Warum Text möglichst nach oben?)
Was ist eine APPE?
Überdrucken?
minimale Linienstärken?
Bildvorlagen (unterschiedliche Auflösungen für Bitmaps, Grau- und Farbbilder)
motiv- oder scanbedingte Moiregefahr bei welchem Druckverfahren?
potentielle Passerproblematiken ja oder nein?
Überfüller ja oder nein und wenn wo wie von wem?
Seitenüberlaufproblematik/Bundverdrängung (schmales "i" in einer Doppelseitigen Überschrift genau im Bund und gleichzeitig Paginierung nur 3mm von Seitenrand entfernt in einer 48-seitigen Rückstich-Heftung)
Abstand von Objekten zum Seitenrand hinsichtlich industrieller End-Verarbeitung
Separationen im allgemeinen
Sonderfarben (metallische Sonderfarben + Leuchtfarben versus nichtmetallischer Sonderfarben)
Gesamtfarbauftrag
Nicht zuletzt: Colormanagement
...
Es lohnt sich also ganz bestimmt, sich ausführlich mit der Indesign-internen Preflight-Fubnktion auseinanderzusetzen und die AusgabeVORSCHAU sollte fortan Dein unverzichtbarstes Arbeitsmittel sein.
Im Übrigen:
Am häufigsten habe ich in der täglichen Druckvorstufen-Praxis ganz banale Wünsche wie Anschnitt, gleichmässiges Seitenformat und korrekte Falzmarken bei Flyern (ZickZack- oder Wickelfalz?) und Umschlägen bei Klebebindungen.
Gruß,
Ulrich