Nein, für mich ist das noch nicht der (Weisheit letzter...) Schluss:
Antwort auf:
...Ganz am Schluß
muss ich dann doch ein Detail bekritteln:
In den NP-profilen stecken die verschiedenen FM-Rasterungen, Typ2, der verschiedenen Hersteller in 20 mikrometern Größe.
Es sind aber KEINE Hybridraster eingeflossen. Die Unterschiede zwischen den Hybridrasterungen untereinander sind dafür zu groß.
...Diese "Krittelei" nehme ich wirklich gerne entgegen und taufe ich eigenständig um in berechtigte und daher erwünschte "Kritik". So wie Du das hier schreibst, gehe ich davon aus, daß Du das weisst und Dich im Gegensatz zu mir nicht aufs "Tippen" beschränkst...
Ich bitte daher um Entschuldigung, ich wollte keine "falsche Fährte legen". Mein "Tipp" beruht auf der Veröffentlichung des bvdm "Eigenschaften moderner Offsetraster" der Autoren Basner, Dolezalek, Gemeinhardt, Vierkorn (2006), die ich einfach als an der Entstehung der NPscreen-Profile als beteiligt vermutete. In dieser Veröffentlichung wurden auch die Ergebnisse/Auswirkungen unterschiedlicher Punktgrössen und die beiden Hybridraster SPEKTA und Sublima mit berücksichtigt/untersucht. Ganz nebenbei bemerkt ist dort interessanterweise übrigens auf Seite 19 in der Tabelle 1 dokumentiert und zuvor auf Seite 17, rechte Spalte, mitte beschrieben, daß Schwarz bei allen getesteten Rastern sehr wohl eine höhere Tonwertzunahme aufwies als die Buntfarben, im Schnitt mit 4% sogar höher als bei AM-Rastern... aber das jetzt wirklich nur nebenbei ;-)
In der Praxis werden diese nicht in die Profilerstellung eingeflossenen Rastertypen und andern Punktgrößen aber verwendet, einfach weil es sie gibt, sehr streng genommen ist das jetzt also eine "Grauzone" im erweiterten Farbraum ;-)
Für ganz unerschrockene habe jetzt aber noch einen "Nachschlag" bezüglich fascinas eigentliche Fragestellungen ganz zu Beginn dieses Threads, den vorzutragen ich verknüpfen will mit dem Kundtun meiner ausgesprochenen Bewunderung für die Präzision der Formulierung:
Antwort auf:
• FM soll ja gegenüber AM einen etwas erweiterten Farbraum haben. Wenn ich nun RGB-Fotos mit Hilfe des neuen Profils „PSO Coated NPscreen ISO12647 (ECI)“ in CMYK umwandle, kann dann theoretisch dieser erweiterte Farbraum etwas besser genutzt werden, als wenn – wie früher – Fotos erst nach „ISO Coated v2 (ECI)“ umgewandelt wurden und dann später von der Druckerei im Belichter für den Druck im FM-Raster angepasst werden?
Ja, das ist so richtig. Wobei der Farbraum nicht gleichmäßig in alle Richtungen größer wird und auch keine R-i-e-s-e-nsprünge gemacht werden. Man kann es sehen, aber es reißt einen nicht sofort vom Stuhl.
Wenn ich also durch meine langfaselige Texterei zuvor nicht bereits alle interessierten Mitleser verprellt habe, bitte ich erneut um Kritik, wenn ich mir jetzt erlaube massive Zweifel vorzutragen, ob die Beantwortung mit "Ja" so wirklich korrekt ist.
Dieser Zweifel fußt auf folgender Überlegung:
Vergleicht man mittels einer - egal ob zweidimensional oder dreidimensional veranschaulichten - Visualisierung in LAB die Farbräume des ISOcoated-AM- mit dem des NP-screen-Profils ist da dieser hier bereits ausgebieg genug behandelte Grössenunterschied zwar als gering zu bewerten aber doch deutlich zu erkennen, wie wir mittlerweile wissen auch zu reproduzieren, also Fakt.
Nun liegt die Annahme für praktische Anwender nahe, daß bei Konvertierung eines ursprünglichen RGB-Bildes in den kleineren AM-Profil-Farbraum die Farbe betreffenden Informationen "gekappt"/nicht hinübergerettet werden, die in dem Überhang des NP-Profils beschrieben werden.
Der Witz ist doch aber, das auch der Druck von zwischendurch in Coated-Profil konvertierten Daten und dann anschliessend wieder für NP-Druck aufbereiteten Daten in FM automatisch den größeren NP-Profil-Farbraum auf dem Druckbogen "hervorruft", weil dieser eben von Punktgröße, Form und Verteilung abhängig ist und eben nicht nur von gemessener CMYK-Flächendeckung inclusive dort eingeflossener Tonwertzunahme und Lichtfang. (So interpretiere ich das bisherige, hier zusammengetragene zumindest.)
Anders gesagt, wenn ich auf einem FM-Druckbogen eine Fläche mit dem (NP-Profil) Dateiwert Magenta 40% und idealem Druckergebnis Magenta 68% Flächendeckung ermittelt in das LAB-Model des NP-Profil-Farbraums übertrage und dort die in Zahlen ausgedrückte Lokalität ablese, dann bin ich dort an einem anderen LAB-Ort, als wenn ich AM-Dateiwert ca 55% und ideales AM-Druckergebnis 68% den LAB-Wert bestimme.
Zwei zwar hinkende, aber der Verdeutlichung hilfreiche Gegenüberstellungen:
Uncoated-Daten auf Coated gedruckt und von diesem Druck dann ein Profil erstellt, beschreibt dieses so ermittelte Profil auch einen größeren LAB-Farbraum als das Uncoated-Profil, auch hier wird nicht nur etwas, sogar alles wieder zurückgewonnen, was der Coated-Farbraum hergibt, wenn auch: "verschoben" bezogen auf das Druckergebnis des einzelnen Bildes.
Bei CMYK-Konvertierung aus RGB-Ursprungsdaten in eine Separation für hochpigmentierte Farben (Anniva) wird mehr Farbe (ein größerer Farbraum) in den anschliessenden hochpigmentierten Druck "hinübergerettet" als von einer CMYK-Konvertierung in Coated-AM und anschliessendem Druck mit hochpigmentierten Farben. Gleichwohl überschreitet der Druck der AM-Daten mit hochpigmentierten Farben aber doch den Farbraum des AM-CMYK-Profils für "Normal"-Farben.
NACHTRÄGLICH GEÄNDERT: Hier Komme ich jetzt selbst durcheinander:
Der durch den Einsatz hochpigmentierter Farben "Wieder Auferstehende" Farbraum ist natürlich genauso groß wie der eines hochpigmentierten Drucks mit ECIcoated-Daten, lediglich die Differenzierung in den Details bezüglich der Farbe geht so deutlicher "verloren".
Richtiger wäre somit: Gleichwohl überschreitet die Qualität des Drucks mit den "direkt konvertierten Daten die des ISOcoated-Drucks mit hochpigmentierten Farben ÄNDERUNG ENDE
Setzt man jetzt die Abhängigkeit des "Zugewinns" des NP-Farbraums gegenüber AM-Farbraum gleich mit dem Zugewinn aus den anderen Pigmenten bei dem hochpigment-"normalpigment"-Beispiel, wird´s hoffentlich deutlicher worauf in hinaus will.
Bei obigen beiden Vergleichen (Uncoated/Coated und hochpigment-"normal"pigment) liegen die (hier auch so genannten) "Eckfarben", die Volltonfarben allerdings schon per se woanders, die des größeren Farbraums weiter entfernt von dem jeweils kleineren.
Bei FM-Druck von RGB-NP-profilierten-Daten und RGB-AM-profiliert-zurück-in-NP-Profil-NP-Druck sind diese Grenzenorte der Volltonfarben jedoch gleich, anders sind lediglich die "Mitteltöne" (L-Werte um 50)
Jetzt pfusche ich ein bischen, weil ich mich momentan gerade ausserstande sehe, so einen Grenzwert "L-um die 50" cmyk-wertig genau in dem NP- und dem AM-Profil zu bestimmen (das bringt auch nichts wegen der unterschiedlichen Tonwertzunahme und dem unterschiedlichen Separationscharakter, Schwarzaufbau etc....).
Mir geht es jetzt vielmehr um die LAB-Wert-Ermittlung (Also dessen, was hier als "Farbort" kommuniziert wird) des Druckergebnis in prozentualer Flächendeckung (also inclusive aller Einflussfaktoren wie Zunahme, Lichtfang, Verschwärzlichung und was ich sonst noch vergessen habe...):
Nur mal angenommen also, so ein mittlerer Grenzwert wird jetzt mit 65% Magenta bei Null-CYK Flächendeckung , dann liegt der im NP-Druckergebnis ermittelte LAB-Wert weiter vom Zentrum des den Umfang beschreibenden Volumens entfernt als der LAB-Wert des 65%-gemessenen AM-Drucks. Diesem 65%-Flächendeckung-Wert im NP-Druck ist es aber - mit Verlaub - "Sche..."-egal ob er via RGB-Coated-NP-profilierung oder RGB-direkt-NP-Profilierung entstanden ist...
Ob dieses "Zurückerobern" durch die von mir als solche vorgetragene "Farbraum-Entstehung" in dem Moment in dem mit FM-Punktform und Verteilung gedruckt wird, also des vermeintlich aufgegebenen NP-Überhang-Grenzwert-Farborts bezogen auf die Frage, ob dieser Überhang "besser genutzt werden kann" bei direkter Konvertierung von RGB in NP vermag ich angesichts der Grenzen der erforderlichen Steuerbarkeit der Druckausführung dann doch zu entschieden zu bezweifeln. Selbst wenn also der zurückgewonnene a- oder b-Wert des RGB-AM-NP-Drucks nicht wieder dem a- oder b-Wert eines RGB-direkt-NP-Drucks entsprechen wird, so wird das Ergebnis duch die Einbussen in der Wiedergabe "genauer" L-Werte auf Grund der in diesen Dimensionen nicht steuerbaren Ausführung deutlich "überschattet" (1% mehr Tonwertzunahme verschiebt ja bereits den L-Wert für das Auge merklich mehr als eine Verschiebung des a- oder b-Werts um den Wert 1).
Puh, ist das alles kompliziert und über Kreuz mit einander verwoben...
Ulrich