Hallo.
Ich habe dieses alte Thema mal wieder ausgegraben, um etwas Dampf abzulassen. Bin gerade umgestiegen und finde das Verhalten von ID in Bezug auf die Unterschreitung des minimalen Wortabstands schon sehr ... sagen wir mal ... gewöhnungsbedürftig. Fast hätte mich Geralds Beispiel
"Angenommen, ich verwende für einen Absatz die Vorgabe-Einstellung 80-100-133. Der Text ist aber so beschaffen, dass in einer Zeile die Wahl besteht, entweder einen Wortabstand von 79% oder einen Wortabstand von 550% zu verwenden."
überzeugt, aber:
Wenn ich einen Wert für einen minimalen Wortabstand eingebe, dann hat sich das Programm danach zu richten. Ich gebe dort doch keinen Wert ein der mir mal eben gerade so eingefallen ist, sondern definiere meine persönliche Schmerzgrenze für den minimalen Wortabstand. Und das nicht nur mir die bis zu 20%ige Verringerung des minimalen Wortabstands zu weit geht, zeigen die "zahlreichen Anleitungen" zur Umgehung der ID-Berechnungen. Beispielsweise Geralds Vorschlag: "Wenn ich im Beispiel nicht 80-100-133 nehme, sondern 85-100-200, dann wird InDesign nur in extremen Fällen unter die früher willkürlich gesetzte Grenze von 80% gehen." Damit umgeht man zwar eventuell das Problem, hat dafür aber gleich ein Neues geschaffen. Die farbliche Markierung (Silbentr.- und Ausr.-Verletzungen) der Zeilen mit zu großem Wortabstand, hebelt man damit nämlich ziemlich aus und das nur um dem minimalen Wortabstand ein Schnippchen zu schlagen.
Außerdem finde ich es nicht gut, das dieses Vorgehen von ID nicht dokumentiert ist. Ich habe jedenfalls nichts darüber gefunden.
Adobe meints sicherlich nur gut und ganz überflüssig ist das Feature vielleicht auch nicht, aber müssen es gleich 20% sein? Wenn schon, sollte man auch diesen Wert eingeben können! Andererseits: minimaler Wortabstand - das sagt doch schon alles. Heul.
Gruß Karsten
PS: Das ich nur Gerald zitiert habe, ist Bitte nicht falsch zu verstehen.